Wall Street und Crypto vereinen sich hinter dem britischen Vorstoß zur Tokenisierung
HM Treasury hat eine 54-köpfige Taskforce zusammengestellt, um die britischen Großhandelsfinanzmärkte auf die Blockchain-Infrastruktur umzustellen, wobei @Ripple neben @BlackRock, @JPMorgan und @GoldmanSachs im Mittelpunkt der Bemühungen steht. Die britische Regierung ernannte die branchenübergreifende Gruppe dazu, die Tokenisierung auf die Großhandelsfinanzmärkte zu verlagern. Der erste Bericht des Wholesale Digital Markets Champion des HM Treasury, Chris Woolard, wurde am 13. Juli veröffentlicht und an die Kanzlerin gerichtet.
Zu den 54 Mitgliedern der Taskforce gehören JPMorgan, Goldman Sachs, Morgan Stanley, Citi, Deutsche Bank und UBS sowie die Vermögensverwalter Fidelity International, Schroders und State Street, die Marktinfrastrukturunternehmen DTCC, Euroclear und die London Stock Exchange Group sowie kryptonative Akteure wie Circle, Ripple und Coinbase.
Als Mitglied der Taskforce trägt Ripple in den nächsten 12 Monaten zum Aufbau von Sekundärmärkten, zur Tokenisierung von Sicherheiten und zur Ausgabe des britischen Digital-Gilt-Instruments DIGIT bei. Die Übernahme des Prime Brokers Hidden Road durch Ripple und die White-Label-Nutzung der Schienen von Ripple durch Santander UK werden in dem Bericht als Beweis für die Konvergenz zwischen traditionellem Finanzwesen und Krypto angeführt.
Erst Repo, dann Gilts: Ein Wettlauf gegen Offshore-Standards
Der Bericht stellt die Bemühungen als einen Wettlauf dar, den das Vereinigte Königreich verliert, wenn sich Standards und Liquidität zuerst im Ausland regeln. Die Gruppe wird das nächste Jahr damit verbringen, an Anwendungsfällen für die Live-Tokenisierung zu arbeiten, beginnend mit tokenisiertem Repo. Die Gruppe strebt an, bis zum Frühjahr 2027 eine Live-End-to-End-Repo-Transaktion durchzuführen, und plant, bis Anfang 2027 auch die erste digitale Staatsanleihe, DIGIT, auszugeben. Ein Erfolg würde Großbritannien zum ersten G7-Land machen, das tokenisierte Staatsschulden ausgibt.
Die wirtschaftliche Argumentation basiert auf einem Bericht von Barclays und PwC, der bis zum Jahr 2035 einen jährlichen wirtschaftlichen Nutzen von bis zu 33 Milliarden Pfund prognostiziert. Der Plan könnte bis 2035 außerdem jährliche Steuereinnahmen in Höhe von 14 Milliarden Pfund generieren. Dabei handelt es sich um Höchstwerte, die von der Einführung, Regulierung und der Eroberung eines bedeutenden Anteils des Vereinigten Königreichs am Weltmarkt abhängen. Die Schätzung des weltweiten tokenisierten Vermögens in Höhe von 88 Billionen US-Dollar bis 2035 untermauert diese Prognosen, sie hängen jedoch davon ab, dass Großbritannien diesen Wettbewerb gewinnt.
Der Bericht schlägt ein Hybridmodell vor, bei dem zugelassene institutionelle Netzwerke auf erlaubnisfreien Ketten geschichtet werden, und warnt gleichzeitig davor, dass Kettenreorganisationen auf öffentlichen Blockchains ungelöste Risiken für die Endgültigkeit der Abwicklung mit sich bringen. Auf regulatorischer Ebene Die britischen Behörden planen, bis Ende 2026 einen behördenübergreifenden Fahrplan für die Digitalisierung des Großhandelsmarktes zu veröffentlichen, gefolgt von Konsultationen zu Regeländerungen im Jahr 2027. Der Bericht stellt außerdem fest, dass das Vereinigte Königreich bei den Regeln für den digitalen Großhandelsmarkt inzwischen einen Vorsprung vor den USA hat, wo die Fortschritte im Kongress nach wie vor ins Stocken geraten.


